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UVV - Unfallverhütungsvorschrift Feuerwehr

Nach § 18 Unfallverhütungsvorschrift (UVV) „Feuerwehren“ (GUV 7.13) ist beim Feuerwehrdienst von Angehörigen der Jugendfeuerwehren deren Leistungsfähigkeit und Ausbildungsstand zu berücksichtigen.

Hierzu eine Übersicht der wichtigsten Punkte:

• Jugendfeuerwehrler dürfen generell nur nach landesrechtlichen Vorschriften und für Aufgaben außerhalb des Gefahrenbereichs eingesetzt werden.

• Bei der praktischen feuerwehrtechnischen Ausbildung und bei Übungen der Jugendabteilungen sind neben der Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften die sicherheitstechnischen Grundsättze zu beachten. Dazu gehören u.a.:

• Bei Erläuterung von Einrichtungen und Geräten ist ein ausreichender Sicherheitsabstand einzuhalten.

• Bei Ausbildungsmaßnahmen und Übungen mit Wasser ist sicherzustellen, dass eine direkte fachliche Aufsicht erfolgt und ein sofortiges Eingreifen von aktiven Feuerwehrangehörigen gewährleistet ist. Außer Kontrolle geratene Strahlrohre können zu Verletzungen durch das schlagende Strahlrohr, z. B. Augenverletzungen führen. Die Schwere der Verletzungen reicht dabei von Augapfelprellungen über Netzhautverletzungen bis zu regelrecht herausgespülten Augen.

• Die Verwendung von Atemschutzgeräten und besonderen Schutzausrüstungen (z.B. Chemikalien-, Strahlen- und Hitzeschutzanzüge), der Einsatz von BOS- Sprechfunkgeräten, Alarmierungsgeräten und Alarmeinrichtungen im Straßenverkehr sowie die Verwendung von Hilfeleistungsgerät (z. B. Motorsäge, Rettungsschere, Rettungsspreizer, Hebezeug, Mehrzweckzug) ist nicht zulässig.

• Praktische feuerwehrtechnische Ausbildungsmaßnahmen und Übungen sind nur im Rahmen einer Jugendabteilung und ohne Zeitdruck durchzuführen. Die Zusammenfassung mehrerer Jugendabteilungen zur Durchführung von Großübungen ist mit dem Ausbildungsauftrag der Jugendabteilungen nicht zu vereinbaren und daher zu unterlassen.

• Übungen sind als Grundübungen zu gestalten; Einsatzübungen mit ernstfallmäßigem Charakter sind nicht zulässig.

Zur Leistungsfähigkeit von Jugendfeuerwehrangehörigen

Jugendfeuerwehrangehörige sind keine kleinen Erwachsenen. Es sind Mädchen und Jungen, deren körperliche und geistige Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Je nach Alter und Entwicklung stehen sie auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen.

Nach deutschem Recht ist Kind, wer noch nicht 14 Jahre alt ist und Jugendlicher, wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist (Achtes Sozialgesetzbuch (SGB VIII), § 7). Eine Ausnahme bildet das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), dort gilt man erst ab 15 Jahren als Jugendlicher.

Alle Angehörigen der Jugendfeuerwehr befinden sich noch in der körperlichen Entwicklung. Dies betrifft die Muskeln ebenso wie den Knochenbau. Hinzu kommt, dass Kinder und Jugendliche, sei es aufgrund von kindlicher Unbekümmertheit, Selbstüberschätzung oder Gruppenzwang, ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit oft falsch einschätzen. Außerdem ist es wichtig zu berücksichtigen, dass die Geräte und die Ausrüstung der Feuerwehr für einen effektiven Einsatz und daher für die Handhabung durch Erwachsene entwickelt wurden. Es sind keine Kinderspielzeuge.

Die meisten Feuerwehrgeräte fallen in die Kategorie “zu schwer für Jugendfeuerwehrangehörige”. Grundsätzlich gilt auch hier, die individuelle Leistungsfähigkeit der Jugendlichen zu beachten. Orientieren können sich die Verantwortlichen an folgenden Richtwerten:

• Mädchen und Jungen zwischen 10 und 13 Jahren dürfen bis 7,5 Kilogramm regelmäßig und bis 10 Kilogramm gelegentlich Heben oder Tragen

• 14- bis 17-jährige Mädchen dürfen bis 10 Kilogramm regelmäßig und bis 15 Kilogramm gelegentlich Heben oder Tragen

• 14- bis 17-jährige Jungen dürfen bis 20 kg regelmäßig und bis 35 kg gelegentlich Heben oder Tragen

“Regelmäßig” bedeutet zwei Mal pro Stunde mit max. zwei Schritten, “gelegentlich” bedeutet ein Mal pro Stunde mit maximal vier Schritten.

Fahrzeuge

In der Regel werden Feuerwehrfahrzeuge für die Ausbildung verwendet. Die Trittstufen liegen teilweise bis zu 60 cm auseinander. Dieser Höhenunterschied kann für einen Zehnjährigen ein großes Hindernis darstellen.

Das Auf- und Absitzen auf ein modernes Löschfahrzeug kann bei gewissen Körpergrößen durchaus gefährlich sein. Sofern verschiedene Fahrzeuge für die Ausbildung zur Verfügung stehen, muss der Jugendgruppenleiter schon bei der Dienstplangestaltung auf die richtige Fahrzeugwahl achten.

Tipps für ein sicheres Aufsitzen

• Vor dem Aufsitzen auf Fahrzeuge gemeinsam festlegen, wer Fahrzeugtüren sichert und schließt

• Ruhig einsteigen, nicht rennen oder springen

• Sicherheitsgurte benutzen und richtig anlegen

• Kinder unter 12 Jahren und unter 1,50 m Körpergröße möglichst auf Sitzen mit Dreipunkt- gurten platzieren und Sitzkissen benutzen

• Beifahrertür nur schließen, wenn keiner die B-Säule umfasst oder die Schiebetür bereits geschlossen ist

• Zufallen von Türen verhindern - durch Festhalten

• nicht abschüssig parken

Tipps für ein sicheres Absitzen

• Abstellen des Fahrzeuges auf möglichst ebenem Gelände, unter Beachtung des Abstandes zu eventuell vorhandenen Bordsteinkanten

• Abstellen des Fahrzeuges möglichst in Bereichen ohne fließenden Verkehr

• Absitzen erst nach Aufforderung durch den Verantwortlichen und nur auf der dem Verkehr abgewandten Seite

• Rückwärts und langsam unter Benutzung aller Stufen und der Handgriffe absitzen

• Türen vor unbeabsichtigtem Schließen sichern

• Türholme und Schließkanten nicht umfassen

• Witterungsbedingungen beachten (nasse Auftritte)

• Kleinen Jugendfeuerwehrangehörigen beim Absitzen von großen Fahrzeugen helfen

• Möglichst ebene und hindernisfreie Übungsgelände auswählen

• Keine Hektik verursachen

Bewegen von Fahrzeugen

• Während des Einfahrens von Fahrzeugen oder Anhängern dafür sorgen, dass sich niemand im Stellplatzbereich aufhält bzw. in diesen läuft

• Vor dem Anfahren sicherstelle, dass sich niemand in unmittelbarer Nähe des Fahrzeuges aufhält

• Rückwärts fahren nur mit Einweiser

• Der Einweiser muss in der Lage sein, die Verkehrsvorgänge zu beurteilen. Feuerwehrangehörige sind in der Regel dann zum Einweisen geeignet, wenn sie selbst über eine Fahrerlaubnis verfügen

• Beim Einweisen nicht hinter dem Fahrzeug aufhalten

• Anhänger nicht schräg gegen Torschwellen schieben

Geräteentnahme

• Der Leistungsfähigkeit der Jugendfeuerwehrangehörigen entsprechende Ausrüstungen und Geräte benutzen

• Schließen von Türen und Auszügen nach deren Benutzung

• Schließen aller Verriegelungen nach deren Benutzung

• Größere oder Betreuer helfen den Kleineren bei der Entnahme von Geräten

• Schlauchtragekörbe und -haspeln nur von hierfür körperlich geeigneten Jugendlichen tragen lassen, möglichst leichte Ausrüstungen verwenden, z.B. D- und C-Schläuche, kleinere Verteiler

• Komplette Schutzausrüstung benutzen

• Griffe und Tritte beim Be- und Entladen von Geräten benutzen

Schläuche und Strahlrohre

• Hektik vermeiden, nicht zu schnell laufen, nicht auf Zeit üben

• Richtiges Tragen der Saug- und Druckschläuche üben

• Schläuche beim Ausrollen direkt hinter den Kupplungen halten

• Bei doppelt gerollten Schläuchen müssen die Kupplungen dicht beieinander liegen

• Schläuche ohne Knicke und Verdrehungen verlegen

• Druckstöße bei der Wasserförderung vermeiden, auf langsamen Druckaufbau achten, Verteiler mit Niederschraubventilen benutzen

• Nur geprüfte Schläuche benutzen

• Möglichst Pumpen mit geringer Leistung und “kleine” Schläuche benutzen

• Nur absperrbare Strahlrohre benutzen

• Keine schlagenden, außer Kontrolle geratenen Schläuche oder Strahlrohre versuchen aufzuheben. Immer erst Wasserförderung unterbrechen

• Sicheren Stand beachten

• Strahlrohre nicht auf Andere richten

• Witterungsbedingungen beachten (nasses Gras)

• Sicherheitsabstände zu nicht Beteiligten gewährleisten

Leitern

• Leitern von Fahrzeugdächern werden nur von Mitgliedern der Einsatzabteilung heruntergereicht

• Nur ausreichend große Jugendfeuerwehrmitglieder nehmen die Leiterteile am Fahrzeug entgegen

• Leiterteile immer zu viert tragen

• Nur zwei Leiterteile verwenden

• Keine Schiebleitern verwenden

• Vollständige persönliche Schutzausrüstung bei der Leiterübung benutzen

• Bei Angst oder Unwohlsein keine Leiter besteigen lassen. Im Zweifelsfall mit Sicherungsleine arbeiten. Keine Mutproben durchführen oder zulassen

• Leitern immer ausreichend sichern und Unbeteiligte aus dem Gefahrenbereich fernhalten

Atemschutz

Jugendfeuerwehrangehörige dürfen keine Atemschutzgeräte tragen! Das Gewicht der Geräte stellt in der Regel eine zu hohe Belastung für das Muskel-Skelett-System bei Jugendlichen dar. Dadurch kann es zum Beispiel zu Schädigungen der Wirbelsäule führen. Um ein Atemschutzgerät tragen zu durch muss eine Untersuchung nach G 26.3 erfolgt sein, die nur volljährigen Personen bescheinigt werden darf.

Tipp: Mit ausgesonderten Atemschutz-Tragegestellen und Kunststoffrohren können eigene und damit sehr leichte Übungsgeräte gebastelt werden.

Überforderung vermeiden

• Berufsfeuerwehrtage oder Einsatzübungen mit Überlegung gestalten und auf schwere Gerätschaften, die zur Überlastung führen können, verzichten

• Hydraulische Rettungsgeräte, Motorsägen, Atemschutz usw. erläutern und nur durch Erwachsene zeigen lassen

• Nur gesundheitlich unbedenklichen Übungsrauch verwenden

• Keine Selbstrettungsübungen in der Jugendfeuerwehr durchführen

• Übungsteilnehmer durch Unfallsituationen nicht psychisch überfordern

Körperliche Kondition und Witterung beachten

• Auf ausreichende Pausen achten!

• Langes Stehen in der Sonne bei Hitze oder im Schatten bei Kälte vermeiden

• Geeignete Kleidung tragen lassen (locker, luftig oder warm, …)

• Je nach Witterung kalte oder warme Getränke bereithalten

• Schattige oder warme Plätze wählen

• Ausreichende Aufsicht organisieren

Persönliche Schutzausrüstung

Aufgrund der schweren Geräte, aber auch aufgrund der vielen Schubladen und Auszüge sollten Jugendfeuerwehrangehörige bei allen Tätigkeiten rund um ein Einsatzfahrzeug ihre persönliche Schutzausrüstung tragen.

Die Persönliche Schutzausrüstung besteht aus Hose und Jacke samt Schutzhelm, -handschuhen und Sicherheitsschuhwerk. Ggf. kann bei Hitze auf die Jacke verzichtet werden. Bei Übungen, bei denen keine Gefährdungen vorliegen, wie beispielsweise bei Knoten und Stiche, müssen die Jugendliche nicht die komplette Schutzkleidung tragen.

Quellen

Verwendete Quellen: Beitrag im Feuerwehrmagazin "Sicher üben mit der Jugendfeuerwehr" | Infoblatt der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen |

Zusammenfassung: Matthias Grimm