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Spiele in der Jugendfeuerwehr

Man spielt selten nur um des Spielens willen

„Das Spiel zeigt den Charakter“ oder wie Platon in den Mund gelegt wird „Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr.“ In diesen Aphorismen liegt viel Wahres und auch Jugendgruppenleiter können durch Beobachten sehr viel über ihre Gruppe und das Rollenverhalten der Einzelnen lernen. Aber nicht nur diese Erkenntnis resultiert aus dem Spiel: Viel mehr wird in spielerischen Situationen geübt, was in der Realität auf die Heranwachsenden zukommen kann; es werden Fähigkeiten und Eigenschaften ausgeprägt und Kreativität geübt. In Kooperationsspielen wird ein Ziel verfolgt, dass nur in der Gruppe erreicht werden kann und bei dem alle Gruppenmitglieder integriert sein sollen. Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Fairness, Hilfsbereitschaft, Vertrauen, Rücksichtnahme und das Übernehmen von Verantwortung werden geübt, sodass die Kinder und Jugendlichen lernen Ängste zu überwinden, indem sie ihre Stärken erkennen und sich selbst wahrnehmen und mit Konflikten und Aufgaben kreativ umzugehen. Zudem können natürlich auch Sachkompetenzen geschult werden, neben dem Umgang mit Gerätschaften, Regularien und Vorgehensweisen in der Feuerwehr lernen die Heranwachsenden sorgfältig zu agieren, sich zu konzentrieren, Eigeninitiative zu ergreifen, zu planen, sich zu orientieren und sich selbstständig einzubringen. Die Theorie alleine könnte die oben genannten Fähigkeiten nur schwer vermitteln, die in der spielerischen Praxis überaus einfach und mit deutlich weniger Aufwand zu erlernen sind. Gespielt werden kann in der Kennenlernphase, zur Erholung und zum Auffrischen der Konzentration, um sich in andere hineinzuversetzen oder um Strategien zu entwickeln. Die Funktionen und Situationen sind vielfältig, jedoch wird im Folgenden der Fokus auf Kooperationsspiele gelegt, da diese für die Förderung der Heranwachsenden, auch als angehende Feuerwehrfrauen und -männer besonders wertvoll sein können.

Ziele, Durchführung und Reflexion von Kooperationsspielen

Kooperationsspiele beinhalten meistens Aufgabenstellungen, die nur als Gruppe zu spielen beziehungsweise zu lösen sind. Das Miteinander steht im Vordergrund und keine Einzelleistungen; daher gibt es in der Regel keine Sieger oder Verlierer, sondern die Gruppe als Ganzes ist gefordert.

Ziele

* Gemeinschaftsgefühl soll dadurch gefordert und gefördert werden, die direkte Interaktion unter den Teilnehmern soll dadurch erreicht werden, die Verantwortung wird auf jedes Gruppenmitglied übertragen und jede Person muss einbezogen werden, was auch die soziale Fähigkeiten stärkt (Kommunikation!). Zentral ist auch die Reflexion über das Geschehen.

* Langfristig sollen die Teilnehmer mehr Selbstbewusstsein in der Gruppe erlangen, ihre sozialen Kompetenzen (Problemlösung, Vertrauensaufbau, Eigeninitiative, Sorgfalt, Konzentration, …) auf- und ausbauen und ihre Teamfähigkeit (Kommunikation und Kooperation, Hilfsbereitschaft, Perspektivwechsel, Empathie, Rücksichtnahme, …) ausweiten

Durchführung

* Die UVV (Unfallverhütungsvorschrift) muss zwingend eingehalten werden!

* Die Spielleitung beziehungsweise der/die ModeratorIn muss die Gruppe ständig beobachten und sollte die Teilnehmenden kennen, um notfalls angemessen eingreifen zu können. Die Motivation sollte sich auch auf die SpielteilnehmerInnen übertragen und daher sollten ungefähr ähnlich starke Gruppen gebildet werden.

* Die Erläuterungen zum Spiel sollten klar und gut verständlich vermittelt werden und bei komplizierten Abläufen gegebenenfalls demonstriert werden.

* Die Teilnehmenden sollen sich freiwillig auf das Spielen einlassen (wenn es jemandem zu viel ist, darf die Person nicht gezwungen werden). Kinder sind in der Regel schnell vom Spielen zu überzeugen und sollten teilweise ihrem Drang zur Bewegung Freiräume erhalten, jedoch sollten auch Pausen und ruhige Spiele nicht zu kurz kommen, um die Konzentration zu erhalten. Bei zu coolen Jugendlichen sollte man das „Spielen“ vielleicht umbenennen, sodass diese auch gewillt sind, sich zu beteiligen. Wenn sich die Gruppe nicht oder nur sehr oberflächlich kennt, sollte ein enger Körperkontakt vermieden werden.

* Natürlich müssen auch die räumlichen und zeitlichen Voraussetzungen gegeben sein und das Material und die Schwierigkeitsstufe der Aufgaben der Gruppe angepasst sein.

Reflexion

* Das Austauschen über die Rahmenbedingungen, die Zusammenarbeit/ Problemlösung und das Erleben des Spiels sollte im Anschluss zeitnah stattfinden und auch die Spielleitung sollte ein Feedback an die Gruppe geben, dass man aus dem Spiel auch für die Zukunft lernen kann.

* Der faire Umgang wird dadurch (notfalls in der Reflexion) geschult, sodass jeder Teilnehmende zu Wort kommt und sich einbringen kann (Feedbackregeln). Abschließend sollte eine objektive Reflexion des Ablaufes folgen.

* Fragen zur Reflexion: Wie lief die Lösungs-/Entscheidungsfindung? Wurden alle in den Prozess des Lösens eingebunden? Waren Kompromisse möglich? Wie verlief die Kommunikation untereinander? Hat jemand die Führung übernommen? Gibt es Bezüge zum realen Leben, wo mir das Spiel nützen könnte/ etwas aufzeigt? (Transfer)

* Es sollte immer reflektiert werden, welchen Nutzen das Spiel für die Teilnehmenden hat bzw. wofür sie dies ggf. im „normalen“ (Feuerwehr-)Alltag benötigen könnten!

Literaturhinweise

Spielesammlungen finden sich in Bücherläden aber auch im Netz wie Sand am Meer. Spiele, die sich allerdings speziell auch für die Arbeit in der Feuerwehr eignen (können), findet man eher selten. Im Jugendbüro der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg widmet man sich immer wieder dieser Thematik und versucht so die JugendgruppenleiterInnen vor Ort zu unterstützen.

Da die Menge an allgemeinen Spielesammlungen nahezu unendlich ist, verzichten wir an dieser Stelle einige wenige hervorzuheben.

Allerdings ist das Handbuch für Jugendleiterinnen und Jugendleiter zur Juleica-Ausbildung zu empfehlen und über den Landesjugendring zu beziehen. Ein gelungener Passus zu Spielen in der Jugendleiterausbildung findet sich im „Handwerkszeug“, welcher in einer Ausgabe des Handbuches von 2015 bereits veröffentlicht und unter folgendem Link ab Seite 63 oder als PDF abrufen kann.

Lucy Bender

Spiele