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Prävention: Kindeswohlgefährdung: Bei uns (k)ein Thema?

Kindeswohlgefährung - Was ist das?

Das Kindeswohl umfasst das Wohlergehen eines Kindes und dessen gesunde und ungestörte Entwicklung. Eine Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn das Wohl des Kindes oder dessen Zukunft durch eine Handlung oder Unterlassung negativ beeinflusst wird. Dabei handelt es sich immer um eine Grenzverletzung bzw. -überschreitung, die durch das Ausnutzen eines Machtverhältnisses entstehen kann. Viele Fälle werden erst sehr spät oder gar nicht bekannt, daher ist es umso wichtiger genau hinzusehen, denn wir alle haben bewusst und unbewusst mit Menschen zu tun, die Kindeswohlgefährdung erfahren haben.

Vernachlässigung: Unterlassene Fürsorge durch einen Mangel an emotionaler, (zahn-) medizinischer oder erzieherischer/ physischer Versorgung (Ernährung, Hygiene, Obdach, Kleidung,…) Unterlassung: Unterstützungs- und Handlungsverweigerung, was auch durch einen Mangel an Handlungsmöglichkeiten, an Einsicht oder durch Nichtwissen begründet sein kann. Konkret wird dies bei unzureichender Aufsicht Heranwachsender oder durch Umgang mit einem gewalttätigen Umfeld Misshandlung: Kann psychischer (Terrorisieren, Isloieren, Ausnutzen, Ablehnung,…) aber auch physischer/ körperlicher Art sein (Gezielte Gewaltanwendung, die Verletzungen hervorrufen kann) und schließt Missbrauch mit ein: Missbrauch ohne körperlichen Kontakt: Zeigen von Pornographie, Exhibitionismus, „Spannen“ Missbrauch mit körperlichem Kontakt: intime Berührungen, Zungeküsse, jede Form der orale, geniatlen und analen Vergewaltigung.

Sexuelle bzw. sexualisierte Gewalt geschieht immer gegen den Willen der/des Heranwachsenden. Da die Kinder nicht nur körperlich, sondern auch geistig und psychisch unterlegen sind, verstehen diese häufig noch nicht, was ihnen angetan wird.

Was ist zu tun, wenn ein Verdacht aufkommt?

Um den Bezug zur Feuerwehr herzustellen, wurde der Führungskreislauf der FwDV 100 modifiziert und zeigt auf, wie sich ein Jugendgruppenleiter/eine Jugendgruppenleiterin verhalten sollte.

Das Jugendbüro steht natürlich jederzeit beratend zur Verfügung!

Ein neuer Flyer zu diesem Thema folgt in Kürze.

Wie kann man präventiv tätig werden?

  • Kinder und Jugendliche stärken: Bewusstsein über sich und die eigenen Grenzen lernen und dies auch zum Ausdruck bringen (NEIN heißt NEIN!)
  • Ansprechpartner/ Vertrauensperson benennen (Dafür darf auch dieses Plakat ausgehängt werden.)
  • Vertrauensbasis: Die Kinder und Jugendlichen sollen das Gefühl haben, dass sie bei Ängsten und Sorgen reden dürfen und man ihnen Glauben schenkt
  • Besuch einer Beratungsstelle des Landkreises, auch unter folgendem Link zu finden.
  • Aus- und Fortbildung der betreuenden Personen
  • Auswahl der Betreuerinnen und Betreuer nach Prüfung des erweiterten Führungszeugnisses
  • Weitere Literatur und Informationen zum Thema

Was die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg tut und für ihre MitgliederInnen anbietet

Das Präventionskonzept der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg

Von sexuellen Übergriffen auf Kinder und Jugendliche ist heutzutage häufig in den Medien zu lesen und dennoch bleiben Fragen wie, weshalb viele Fälle erst Jahre oder Jahrzehnte später bekannt werden und wieso die Dunkelziffer vermutlich so viel höher liegt, als die ohnehin erschreckenden Zahlen. Die Kooperation der Jugendämter, Schulen, Kindergärten und außerschulischen Einrichtungen sollte effektiver gestaltet werden und auch die zielgerichtete Schulung des eingesetzten ehren- und hauptamtlichen Personals ist dringend erforderlich. Eine aktive und gute Jugendverbandsarbeit ist von Nöten, die für die Thematik Kindeswohlgefährdung und sexualisierte Gewalt sensibilisiert und die Personen, die Kontakt mit Heranwachsenden haben, zu kompetenten und aufmerksamen Wegbegleitern macht.

In der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg ist das Präventionsthema seit vielen Jahren auf der Agenda, da hier die Relevanz frühzeitig erkannt wurde. Neben diversen Flyern und Infomaterial bietet die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg ein transparentes Angebot zur Aus- und Weiterbildung: Einerseits werden Seminare angeboten und Einheiten explizit zur Kindeswohlgefährdung im Jugendgruppenleiterlehrgang unterrichtet, andererseits dienen Literaturhinweise und eine Liste über Beratungsstellen der weiteren Vertiefung des Themas, das durchaus zum Selbststudium anregt. Die Mitarbeiterinnen des Jugendbüros stehen allerdings auch jederzeit als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung und leisten Beratungsansätze, bei Fragen und Sorgen der Mitgliederinnen und Mitglieder. Um präventiv tätig zu werden, ist die Kooperation auf verschiedenen Ebenen sinnvoll, um die einzelnen Feuerwehren vor Ort zu erreichen. Einerseits informiert die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg über verschiedene Kanäle zum erweiterten Führungszeugnis, welches für alle Helferinnen und Helfer verpflichtend und notwendig ist, andererseits können beispielsweise auch ein Plakat und eine Spielesammlung auf dem WIKI abgerufen werden. Ziele dieser Angebote sind, dass die Heranwachsenden in ihrem Handeln gestützt, Selbstbewusstsein gestärkt und sie zur gegenseitigen Achtsamkeit erzogen werden. Ursache für Übergriffe psychischer, physischer und emotionaler Art ist meist das Ausnutzen von Machtgefällen und die Unwissenheit der Kinder und Jugendlichen, daher ist eine kompetente Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung unumgänglich, die in den Köpfen all derer verankert sein muss, die mit dieser Zielgruppe arbeiten.

Rechte und Pflichten

Verschiedene Gesetze und Verordnungen sollen Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung in besonderem Maß schützen und fordern die, die an der Gestaltung ihrer Lebensräume mitwirken. Neben dem Bundeskinderschutzgesetz, sollte hier unter anderem das achte Sozialgesetzbuch genannt sein, welches auch als „KJHG“ (Kinder- und Jugendhilfegesetz) bezeichnet wird. Aber auch das Jugendschutzgesetz und der 13. Abschnitt des Strafgesetzbuches beziehungswiese die UN-Kinderrechtskonvention haben regulierenden Einfluss und dienen als Grundlage für Eltern, LehrerInnen, ErzieherInnen, JugendgruppenleiterInnen und andere Personen, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind. Die folgenden drei Paragraphen werden hier nur exemplarisch genannt, da sie regelmäßig thematisiert werden und als Orientierungshilfe und weiteren Vertiefung dienen sollen.

• Im §8a Abs.4 des SGB VIII ist explizit aufgeführt, wie der Träger einer Einrichtung zu agieren hat, um den Schutzauftrag bei Kindewohlgefährdung zu erfüllen.

• Und der §72a des achten SGBs schließt die Tätigkeit einschlägig vorbestrafter Personen aus, was beispielsweise das Vorzeigen des erweiterten Führungszeugnisses mancher Personen ausmacht.

• Das Sexualstrafrecht versucht die ungestörte sexuelle Entwicklung und Selbstbestimmung Minderjähriger sicherzustellen. Daher sind Eingriffe dieser Art unter Strafe gestellt. Der Paragraph 182 des Strafgesetzbuches definiert den sexuellen Missbrauch von Jugendlichen und die dafür vorgesehenen Strafen näher.

Die bekanntgewordenen Fälle und die Reaktionen des Gesetzgebers machen deutlich, dass in diesem Bereich noch ein großer Handlungsbedarf besteht und die JugendgruppenleiterInnen und JugendfeuerwehrwartInnen zum Wohle der anvertrauten Kinder und Jugendlichen der Pflicht nachkommen müssen, Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, sich selbst mit dem Thema auseinanderzusetzen und bei Verdacht oder einem konkreten Fall kompetent zu agieren. Dem Wegsehen, welches vielerorts gängiger Usus ist, muss ein Ende bereitet werden, damit Kinder und Jugendliche sicher und ungehindert in den Feuerwehren heranwachsen können und zu starken und gesunden Persönlichkeiten heranreifen, welche für die Sicherheit und den Brandschutz von Morgen sorgen.

Sensibilisierung der Verantwortlichen und Funktionsträger

Die Feuerwehr bietet einen offenen Ort der gemeinsamen Aktivität und Begegnung. Die Homogenität der Mitgliederinnen und Mitglieder und das breite Altersspektrum machen die Stärke der Organisation beziehungsweise der Verbände aus. Kameradschaft und gegenseitiges, teilweise blindes Vertrauen sind Grundlage eines erfolgreichen Feuerwehreinsatzes, aber auch die definierte Struktur und damit hervorgebrachte Hierarchien bergen allerdings auch manche Schwierigkeit, da potentielle Täter dies Ausnutzen könnten. Jede Art von physischer, psychischer und emotionaler und Gewalt und Übergriffigkeit ist aufs schärfste zu verachten, doch gerade der Schutz der Kinder und Jugendlichen hat besondere Priorität, da diese Machtgefällen in höherem Maß ausgeliefert sind und möglicherweise nicht das Wissen oder den Mut haben, sich zur Wehr zu setzen. Daher sind verantwortungsbewusste Führungs- und Leitungskräfte von Nöten, die eine Kultur des Hinsehens prägen und um das Wohl der Heranwachsenden und der Mitmenschen im Allgemeinen bemüht sind. Der Wahlspruch „Einer für alle und alle für einen“ gilt allerdings auch hier, denn eine Leitungs- beziehungsweise Führungskraft ist nur so gut, wie deren Mannschaft und daher muss die Präventionsarbeit alle Mitgliederinnen und Mitglieder einer Feuerwehr erreichen. In der Überarbeitung der Konzeption des Jugendgruppenleiterlehrgangs wurde nun explizit darauf geachtet, dass eine Einheit zur Kindeswohlgefährdung aufgenommen ist, in der die angehenden JugendgruppenleiterInnen unter anderem dafür sensibilisiert werden, welche Anzeichen ein Signal sein können und dass ein zu impulsives und vorschnelles Handeln mehr Schaden als Nutzen bringen kann. Ziel ist es keinesfalls, Panik zu stiften oder in jedem Menschen einen potenziellen Täter zu sehen, allerdings müssen die Augen geöffnet und dadurch der Weg zu einer Kultur des Hinschauens geebnet werden. Zusätzlich werden durch die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg Lehrgänge und Seminare zur Vertiefung angeboten, die auf die Thematik weiter eingehen, Statistiken aufzeigen, sich mit Täterprofilen beschäftigen und den Teilnehmenden die Chance bieten, anhand verschiedener alltäglicher Fallbeispiele Verhaltensweisen zu durchdenken und zu lernen. Dadurch soll die große Ohnmacht und Panik minimiert werden, die im Falle eines Bekanntwerdens einer konkreten Situation in den eigenen Reihen, die jeden normalen Feuerwehrangehörigen in der ersten Zeit überkommen und teilweise sicherlich auch überfordern würde. Sinnvoll kann es auch sein, mit spezialisierten, professionellen Beratungsstellen in Kontakt zu treten und somit möglicherweise eine Person kennenzulernen, die einem im Fall des Bekanntwerdens mit gutem Rat zur Seite stehen kann. Andererseits wäre es denkbar, dass Heranwachsende bei einem Besuch während einer Gruppenstunde Mut fassen, belastende Situationen anzusprechen oder zu erkennen, dass sie mit „ihrem“ Problem nicht alleine sind und nicht alleine bleiben müssen. Das Signal, welches mit einer derartigen Gruppenstunde gesendet wird, kann überaus große Wirkungen erzielen. Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg bietet auf ihrer Homepage eine Liste, die allerdings nicht alle Beratungsstellen umfassen kann.

Tätigkeitsausschluss durch erweitertes Führungszeugnis

Das erweiterte Führungszeugnis wird von allen Personen benötigt, die durch die Art, Intensität und Dauer des Kontaktes zu Kindern und Jugendlichen ein Vertrauensverhältnis aufbauen können, so schreibt es der Gesetzgeber im § 72a des Bundeskinderschutzgesetzes vor. Die personalführende Stelle der Gemeinde oder Stadt hat eine Übersicht der betroffenen Personen und Funktionsträger zu führen und muss regelmäßig alle fünf Jahre das erweiterte Führungszeugnis einsehen und die Tauglichkeit feststellen und kurz dokumentieren (Name, Funktion, Liegt Ausschluss vor (ja/nein), Datum und das Datum der Wiedervorlage). Das erweiterte Führungszeugnis muss von der betroffenen Person selbst und unter Vorzeigen des Ausweises oder Reisepasses beantragt werden und gehört auch dieser. Die personalführende Stelle darf also keine Kopie, einen Scann oder eine Fotographie des Dokumentes machen. Zudem ist die Erstellung für Ehrenamtliche, die für eine gemeinnützige Organisation tätig sind, kostenfrei. Von der Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen werden Personen ausgeschlossen, die sich wegen sexuellen Übergriffen, der Vernachlässigung der eigenen Kinder oder ähnlicher Delikte strafbar gemacht haben. Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg stellt zudem detaillierte Informationen auf der Homepage und im Wiki zur Verfügung und steht gerne bei Fragen und Schwierigkeiten zur Verfügung.

Wichtige Literatur: Alt, Nico, Thomas Schmidt, und Karoline Gollmer. Arbeitshilfe. Recht haben. 4. überarb. Aufl. Herausgeber: Landesjugendring Baden-Württemberg e.V. Stuttgart, Januar 2019. Bundesamt für Justiz. Führungszeugnis. Herausgeber: Bundesamt für Justiz. kein Datum. https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Buergerdienste/BZR/FZ_node.html (Zugriff am 09. September 2019). —. „Merkblatt zur Erhebung von Gebühren für das Führungszeugnis.“ Bonn, 31. August 2019. Kommunalverband für Jugend und Soziales BW. „Arbeitshilfe zur Umsetzung des §72a Abs. 3 und 4 SGB VIII.“ Bde. https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwj8jsOe3vneAhVRbFAKHWsHCk8QFjAAegQIChAC&url=https%3A%2F%2Fwww.bdkj-freiburg.de%2Fhtml%2Fmedia%2Fdl.html%3Fi%3D133030&usg=AOvVaw2X0ZS51VF-0-kIk2yWGD9r. Januar 2014.

Unterstützung der Jugendarbeit vor Ort zum Schutz der Kinder und Jugendlichen

Mindestens die Hälfte der Aktivitäten, die in der Jugendfeuerwehr angeboten werden, sollten Themen der allgemeinen Kinder- und Jugendarbeit umfassen, also nur bedingt zum Thema Feuerwehr sein. Damit dies gelingt und auch um die Gruppenzugehörigkeit, das Miteinander und das Selbstbewusstsein der Einzelnen zu stärken, bietet die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg eine Spielesammlung, in der unter anderem versucht wird, bekannte und in der Pädagogik anerkannte Spiele „rot anzumalen“ und durch das Thema Feuerwehr noch stärker zu motivieren. Dies ist ein besonderer Service für die Jugendgruppenleiterinnen und -gruppenleiter, der auf dem WIKI der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg zu finden ist, wozu jede Gemeinde aufgrund der Mitgliedschaft im Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg e.V. beziehungsweise der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, Zugang hat. Diese Spielesammlung wird regelmäßig ergänzt und erweitert. Weitere Anregungen und Spielideen sind jederzeit willkommen. Praxisnahe Fallbeispiele, die die JugendgruppenleiterInnen zur Reflexion über das Wohlbefinden der anvertrauten Kinder und Jugendlichen anregen, dienen dazu, dass impulsives Verhalten überdacht wird. Diskussionen innerhalb von Kleingruppen oder im Plenum - beispielsweise eines Seminars - führen zu alternativen und sinnvollen Handlungsperspektiven. Zudem wurde der klassische Führungskreislauf aus der Feuerwehrdienstvorschrift 100 zur Krisenbewältigung, ähnlich zum Vorgehen bei einem Einsatzszenario, angepasst und steht den Leitungs- und Führungskräften zur freien Verfügung. Im Zentrum steht auch hier, dass Feuerwehrleute keine Fachkräfte zum Thema Prävention bei Kindeswohlgefährdung oder sexualisierter Gewalt sind und sich zügig Hilfe durch die angeführten Beratungsstellen holen sollen, die bei den anfänglichen Beratungen auch anonym durchgeführt werden.

Werte und das KaReVeTo- Projekt, öffentliches Thematisieren

Mit dem Projekt „KaReVeTo“ begann eine intensive Auseinandersetzung mit Werten innerhalb der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg. KaReVeTo steht explizit für die Werte Kameradschaft, Respekt, Verantwortung und Toleranz, die gerade in einer Organisation wie der Feuerwehr besonders zentral sind. Ziel des Projektes war und ist, dass die Kinder und Jugendlichen für sich selbst definieren sollten, für was die Werte jeweils stehen, das heißt, dass ein Diskurs angeregt wurde, der zur Selbstreflexion geführt hat.

  • Kameradschaft ist für die Feuerwehr äußerst wichtig, denn darauf basieren das Vertrauen und die Verlässlichkeit, die für einen Einsatz notwendig sind. Es ist eben zentral, dass man aufeinander achtet und zueinandersteht, was gerade in der Jugendfeuerwehr gelernt und praktiziert werden soll. Psychische oder physische Übergriffe –wie beispielsweise (Cyber-) Mobbing oder gar sexualisierte Gewalt – sind kein Kavaliersdelikt und Kameraden sollten sich gegenseitig davor schützen und unterstützen.
  • Respekt beinhaltet die Würde, die laut dem Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes unantastbar ist. Ein respektvoller Umgang ist dementsprechend unumgänglich, was Gewalt gegeneinander im Allgemeinen ausschließt. Jeder Person ist es wichtig geachtet zu werden und daher sollte man andere genauso achten, denn damit ist ein respektvoller und würdevoller Umgang überhaupt möglich.
  • Verantwortung übernehmen die Betreuenden für die Jugendlichen in der Zeit bei der Feuerwehr. Ein Stückweit lässt sich Verantwortung aber auch auf die Kinder und Jugendlichen untereinander übertragen, wenn es zum Beispiel darum geht, dass jemand ausgeschlossen oder gemobbt wird, dann sollte Mut aufgebracht und Verantwortung übernommen werden, selbst einzugreifen oder zumindest Hilfe zu holen.
  • Toleranz ist ähnlich dem Wert Akzeptanz. Gerade beim Thema sexualisierte Gewalt und Kindeswohlgefährdung ist abzuwägen, was tolerierbar ist und wo eine Grenze überschritten wird. Toleranz beinhaltet, dass man sich mit sich selbst und seinen Werten und dem Anderen auseinandersetzt und sich bewusst macht, was tolerabel ist und wo Grenzen erreicht sind. Körperliche und psychische Übergriffe sind immer eine gravierende Grenzüberschreitung und können im Interesse der Kinder und Jugendlichen nicht hingenommen werden, da in der Jugendfeuerwehr der Schutz und die Förderung der Individualität gewährleistet sein muss. Wie angemessen gehandelt wird, ist eine andere Frage, als die, ob eine Sache tolerierbar ist oder eben nicht.

Wenn durch einen Jugendgruppenleiter eine grenzwertige Situation wahrgenommen wird, sollte sich dieser die Folgen und Konsequenzen für alle Beteiligten überlegen, bedachte Schritte einleiten und vor allem alles gut dokumentieren. Eine angemessene Reaktion ist von Nöten und er sollte sich auch vor Augen halten, dass wenn er „wegschaut“, er indirekt das Verhalten toleriert und damit falsche Signale ausgesandt werden können. Besonders deutlich wird dies bei Mobbing und ähnlichen psychischen, emotionalen und physischen Übergriffen deutlich. Greift er angemessen ein, kann dies zum Eindämmen der Situation führen. Natürlich ist das angemessene Handeln von vielen Faktoren abhängig, allerdings ist ein „Wegschauen“ nur in seltenen Fällen zielführend und selten zum Wohl des beziehungsweise der Leidtragenden.

Publikationen und Material durch die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg

Regelmäßig erscheinen Texte in der Zeitschrift der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, dem HYDRANT, die auf die Relevanz des Themas hinweisen. Und natürlich findet man Rat auf der Homepage und dem WIKI (ehemaliges Handbuch der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg), die versuchen die Arbeit weitestgehend unterstützen und Probleme eines Funktionsträgers versuchen aufzugreifen. Im Sommer 2019 wurde ein Flyer zum Thema Kindeswohlgefährdung herausgegeben, der versucht einige Begriffe zu erläutern, Maßnahmen aufzuzeigen, aber auch Möglichkeiten darzulegen versucht, präventiv tätig zu werden. Auf der Homepage der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg findet sich zudem ein Plakat zum Aushang der Ansprechperson vor Ort. Dieses öffentliche Thematisieren der Prävention und der konkreten Ansprechperson vor Ort soll einerseits die Kinder und Jugendlichen dazu ermutigen Ängste und Sorgen anzusprechen oder von Erlebnissen und Situationen zu erläutern, andererseits wird damit aber auch ein Zeichen für Führungskräfte und Funktionsträger gesetzt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und hat möglicherweise auch eine abschreckende Wirkung auf TäterInnen. Eine Beratungsstellenliste zeigt auf, an wen sich Jugendgruppenleiter oder Jugendfeuerwehrwarte zur Prävention oder aber im Verdachtsfall wenden können. Eine Beratung erfolgt bestenfalls anfangs anonym und zeigt ein professionelles Vorgehen und weitere Schritte auf. Die Auflistung versucht jeden Landkreis abzudecken, sodass eine Beratung vor Ort gelingen kann. Eine Literaturliste, welche ebenfalls auf der Homepage zu finden ist, soll vor allem seriöse, digitale Quellen aufzeigen, durch die sich jede Person selbstständig weiter informieren und sich weitere Expertise anlesen kann. Diese ist natürlich nicht allumfassend und kann sicherlich durch viele andere Angaben ergänzt werden.

Lucy Bender

Hier kann das Präventionskonzept der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg auch als PDF abgerufen werden.