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Pubertät trifft Digitalisierung

Die digitale Öffentlichkeit und mögliche Folgen

Die Dynamik der Digitalisierung ist enorm und erfordert von den Nutzern, dass diese immer am Zahn der Zeit bleiben, um nicht abgehängt zu werden. Gerade in der Jugendarbeit jedoch trifft ausgereifte Technik auf Unwissen und fehlerhafte Anwendung der Kinder und Jugendlichen. Die Heranwachsenden können schnell mit den Gerätschaften umgehen und haben zügiger eine Antwort gegoogelt als die Frage formuliert wurde oder ein Foto gepostet beziehungsweise Video gestreamt, als manch einem lieb ist. Da es sich allerdings um Kinder und Jugendliche handelt, ist die Vernunft und der Weitblick jedoch nicht immer ausgereift genug. Dass diese sozialen Medien nicht mehr wegzudenken sind, versteht sich von selbst und eine Tabuisierung oder Ablehnung führt ausschließlich dazu, dass die Kinder und Jugendlichen sich verschließen, heimlich agieren und im Zweifelsfall auch nicht oder erst sehr spät um Hilfe fragen. Zu empfehlen ist, dass sich auch JugendgruppenleiterInnen damit auseinandersetzen, was auch hilfreich sein kann, wenn überforderte Eltern nach Rat fragen. Klicksafe stellt hier viele Materialien und Informationen zur Verfügung, die den Umgang schulen und Problemfelder aufzeigen.

Da viele Begrifflichkeiten im Umlauf sind, hier nun einige Erläuterungen auch zur Problematik und Strafbarkeit:

Sexting: Wenn zwei Personen via Smartphone flirten und sensible Daten (beispielsweise anzügliche Fotos) austauschen um miteinander zu flirten, dann nennt man das Sexting. Es umfasst die Begriffe „Sex“ + „Texting“ (im Sinne von übermitteln): Der Kontext wird also mit einbezogen: eben dass sich eine Vertrauensbasis aufbaut und daraufhin sensible Daten und Bilder ausgetauscht werden. Häufig findet Sexting dementsprechend in einvernehmlichem Kontext statt: Anbahnende Partnerschaft, Flirts oder im Freundeskreis und dient der Befriedigung des Bedürfnisses nach Anerkennung. Unter positivem Druck geschieht Sexting häufiger und unbefangener, da man Freunden oder Bekannten schneller und freiwillig ein Bild sendet („Komm zeig mal“ oder man postet sich freizügig nach dem Sport, um die Muskeln zu zeigen.) Viele sehen Sexting auch als moderne Art technisch unterstützt zu flirten. Häufig geschieht Sexting auch ganz ohne Folgen und viele missbrauchen das Vertrauen auch nicht oder haben so viel Respekt vor der Intimität der/des anderen oder wissen um die rechtlichen Grundlagen, sodass die Bilder nicht weitergegeben werden. Wenn das Bild zwischen Sender und Empfänger verkehrt, nennt man das „primäres Sexting“, wenn dies an dritte geht, spricht man von „sekundärem Sexting“, welches strafbar ist. Bilder werden im Vertrauen versendet, welches missbraucht wird beziehungsweise werden kann. Gerade bei Jüngeren kann das passieren, da sie sich teilweise den Konsequenzen und Auswirkungen (noch) nicht bewusst sind. Cybermobbing kann resultieren, wenn beispielsweise ein Foto in falsche Hände gerät. Intuitiv geht man davon aus, dass häufig Mädchen bzw. junge Damen von Jungen aufgefordert werden, Bilder von sich zu machen und diese zukommen zu lassen. Dass es so geschlechterspezifisch ist, lässt sich über internationale Studien jedoch nicht bestätigen. Dieser Gedanke resultiert aus der Doppelmoral unserer Gesellschaft: Mädchen, die sich freizügig zeigen, werden meist als „Schlampe“ oder ähnliches betitelt; Jungen, die leichtbekleidet Bilder im Fitnessstudio von sich posten, ernten eher Anerkennung.

Da das Bild nicht nur auf dem Endgerät des Empfängers landet, sondern auch auf dem Netzwerkserver des Anbieters (Facebook, Instagram, Snapchat,…), ist die Reichweite, wo die Daten überall landen, nicht abzuschätzen und auch der Zeitraum, wann diese gelöscht werden -wenn überhaupt- , ist nicht gegeben, was den Heranwachsenden häufig nicht bewusst ist. WhatsApp und Facebook beispielsweise verpflichten sich nicht, die Bilder nach der Löschung auf den Smartphones auch von ihrem Server zu löschen, was ihnen möglich ist, da ihr Sitz nicht in der EU ist (Vgl. DSGVO).

Gegen Sexting ist rechtlich nur teilweise etwas zu erwirken, da es in der Regel einvernehmlich geschieht. Strafbar ist, wenn gegen das Recht am eigenen Bild verstoßen wird oder wenn sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern abgebildet werden (Kinderpornographie; Jugendpornographie betrifft das Alter zwischen 14 und 18 Jahren), denn Verbreitung und Besitz sind strafbar! ABER nicht, wenn junger Mensch nur in Badebekleidung, Boxershorts oder sexy Pose, wenn es selbst gemacht ist. Wenn jemand eine andere Person zum Beispiel heimlich in der Umkleide ablichtet, dann verstößt er gegen das Recht am eigenen Bild.

Sextortion: Setzt sich aus den Begriffen „Sex“ und „Extortion“ (Erpressung) zusammen. Das bedeutet, dass in der Regel Bilder erpresst werden. Aus Angst vor Cybermobbing oder Mobbing in der Schule kommen viele Heranwachsende der Forderung nach, da sie sich häufig nicht trauen, Vertrauenspersonen zu kontaktieren.

Cybermobbing / Cyberbullying: Von Cybermobbing oder -bullying spricht man bei „absichtliche[m], systematische[m] und meist langfristige[m] aggressive[m] Handeln […] gegenüber einzelnen Personen oder Personengruppen unter Zuhilfenahme digitaler Kommunikationsmedien und mit dem Ziel, die Betroffenen nachhaltig zu schädigen.“ (Vgl. LMZ: Cybermobbing - Was ist das?) Dadurch, dass Soziale Medien - beispielsweise über das Smartphone - jederzeit Einfluss auf das Leben haben können, verschiebt sich auch der Zeit und Raum Faktor, in dem Mobbing geschieht und erhält dadurch eine ganz andere Dimension: Angriffe können eben nicht mehr nur auf dem Schulhof oder im Büro passieren und sind damit auf die Arbeitszeit bzw. den Arbeitsort beschränkt, sodass das Opfer keinen Rückzugsort mehr hat, sondern ständig unter Strom steht. Durch die Anonymität trauen sich beispielsweise auch körperlich unterlegene, gegen andere aktiv zu werden: Das klassische Machtverhältnis ist damit aufgehoben. [Die JIM-Studie zeigt u.a. , wie viel Zeit Jugendliche mit Medien verbringen] Andererseits kann jedoch auch „klassisches“ Mobbing mit dem Cybermobbing einhergehen, sodass beispielsweise in Sozialen Netzwerken Bilder und negative Kommentare gepostet werden und es dennoch bei einem Aufeinandertreffen der Kontrahenten dennoch zu körperlicher Gewalt und anderem kommen kann.

Mobbende werden häufig als „Bullys“ bezeichnet und erfüllen je nach Handlung und Intensität unterschiedlichste Tatbestände (strafbare Beleidigung (§185 StGB); üble Nachrede (§186 StGB); Verleumdung (Verbreitung vorsätzlich unwahrer Tatsachen über eine Person; §187 StGB); Nachstellung („Cyberstalking“; (§238 StGB)); Nötigung (§240 StGB) oder Bedrohung (§241 StGB). Wenn Bilder ungefragt an Dritte weitergegeben werden, verstößt man gegen §201a StGB (besonders wenn es um einen geschützten Raum geht oder um Bilder aus dem „höchstpersönlichen Lebensbereich“. Bilder, die veröffentlicht oder verbreitet werden und Personen eindeutig zu identifizieren sind, müssen nach §22 Kunsturhebergesetz von den Betroffenen genehmigt werden. (Vgl. LMZ: Rechtliche Aspekte zu Cybermobbing)

Cypergrooming: (Grooming (engl.) - anbahnen, vorbereiten). TäterInnen „suchen den Kontakt, gewinnen [das] Vertrauen [der Heranwachsenden], manipulieren ihre Wahrnehmung, verstricken sie in Abhängigkeiten und sorgen dafür, dass sie sich niemandem Anvertrauen.“ (Vgl. Beauftragter gegen Missbrauch: Cybergrooming) Über Chats in Sozialen Netzwerken nehmen in der Regel Erwachsene Kontakt zu den Heranwachsenden auf und geben vor, ähnliche Interessen und Vorstellungen zu haben, wie die Jugendlichen. Anhand der Profile und der preisgegebenen Daten lässt sich Vieles über die Jugendlichen und deren Umfeld herausfinden, was dann dazu missbraucht wird, Vertrauen aufzubauen, indem Gemeinsamkeiten vorgetäuscht werden. Häufig ist dies allerdings nur die Vorstufe, da sich TäterInnen auch „offline“ treffen wollen und es dann zu (sexuellen) Übergriffen kommen kann. Meist trauen sich die Heranwachsenden jedoch dann nicht, sich ihren Eltern anzuvertrauen, da sie sich ihrem unklugen Verhalten bewusst sind oder bedroht/ eingeschüchtert werden, was die Zwickmühle zunehmend verschärft. Kommt es bei einem Treffen zu einem sexuellen Übergriff, spricht man auch von „Date rape“ (date (engl.) - Verabredung; rape (engl.) Vergewaltigung), dabei ist die Handlung erzwungen (tw. auch unter Alkohol-/Drogen-Einfluss).

Happy Slapping“: (Slapping (engl.) - schlagen). Eine Art Mutprobe 2.0: Die TäterInnen schlagen ohne Zusammenhang und Vorankündigung eine andere Person (meist unbekannt) und flüchten anschließend in der Regel. Die Tat und die Reaktion des Opfers werden von einer dritten Person gefilmt und anschließend im Netz veröffentlicht oder verbreitet, um das Opfer bloßzustellen. Dies kann von einem leichten Klaps bis hin zu schwersten Körperverletzungen (evtl. auch mit Todesfolge) gehen.

Hate Speech“: Übersetzt würde der Begriff für „Hassrede“ stehen, was allerdings eine sehr weite Definition zulässt. Online werden Menschen häufig abgewertet, angegriffen oder es wird zur Gewalt beispielsweise gegen Personengruppen aufgerufen. Diese Menschenfeindlichkeit und teilweise auch Volksverhetzung richtet sich gegen verschiedene Personengruppen (Rassismus/ Fremdenfeindlichkeit; Antisemitismus/ Diskriminierung von Juden[auch gegen Muslime]; Sexismus/Homo-&Transphobie/ Diskriminierung wegen Geschlecht und sexueller Orientierung; …). Die Meinungsfreiheit ist also nicht uneingeschränkt, sondern endet beim Eingriff in die Menschenwürde. Straffällig kann man ab 14 Jahren aufgrund verschiedener Vergehen werden: durch Volksverhetzung (§130 StGB); Beleidigung*, Verleumdung*, Nötigung*, Bedrohung* und der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten (§ 111 StGB) [* siehe oben → Cybermobbing]. In der Regel wird versucht durch Hasskommentare Diskussionen herauszufordern und Kommunikation zu stören und so gegen „andere“ mobil zu machen und Gewalt herauszufordern. Das „Othering“ steht dabei im Vordergrund: Die Merkmale der eigenen Gruppierung werden zu den „anderen“ abgegrenzt und hervorgehoben. Die Abfälligkeit gegenüber dem Anderssein und damit verbundene Geltungs- und Machtansprüche soll Menschen manipulieren, eine andere Gruppe auszuschließen und gewaltsam gegen diese vorzugehen.

Verwendete Literatur:

- Borries, Eva. „Was ist Sexting?“ Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. 2019. https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/jugendmedienschutz/sexualitaet-und-pornografie/was-ist-sexting/ (Zugriff am 12. April 2019).

- Gillner, Katy. „Cybermobbing - was ist das?“ Landesmedienzentum Baden-Württemberg. 2019. https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/jugendmedienschutz/cybermobbing/cybermobbing-was-ist-das/ (Zugriff am 15. April 2019).

- Gillner, Katy. „Rechtliche Aspekte zu Cybermobbing.“ Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. 2019. https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/jugendmedienschutz/cybermobbing/rechtliche-aspekte/ (Zugriff am 12. April 2019).

- Hofmann, Andy Alexander. „Hate Speech - Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Netz. Lehrerblatt.“ Hate Speech - Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Netz. Themenblätter im Unterricht Nr. 118. Herausgeber: Bundezentrale für politische Bildung. April 2018.

- Kimmel, Birgit, Stefanie Rack, Constantin Schnell, Franziska Hahn, und Johann Hartl. Let's talk about Porno. Jugendsexualität, Internet, Pornographie 6. aktual. Aufl. Herausgeber: klicksafe. Berlin/ Ludwigshafen, 2018.

- Schilling, Thorsten, Oliver Gehrs, und Fabian Dietrich. fluter. Was gibst du preis? Daten. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, Herbst 2018.

- „Cybergrooming.“ Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. 2019. https://beauftragter-missbrauch.de/praevention/sexuelle-gewalt-mittels-digitaler-medien/cybergrooming (Zugriff am 16. April 2019).

- „Was ist Hate Speech?“ Bundeszentrale für politische Bildung. 27. Juli 2017. https://www.bpb.de/252396/was-ist-hate-speech (Zugriff am 16. April 2019).

Lucy Bender